Die Hinrichtung von John Brown

Am 2. Dezember 2009 jährte sich zum 150. Mal die Hinrichtung von John Brown, der erfolglos das staatliche Waffenarsenal in Harpers Ferry, Virginia überfallen hatte. Obwohl sein Unternehmen zum Scheitern verurteilt war, kommt dem revolutionären Gegner der Sklaverei ein Ehrenplatz in der Geschichte zu. Er hat den Bürgerkrieg, der mit Recht als zweite amerikanische Revolution gilt, vorweggenommen und inspiriert.

Harpers Ferry, West Virginia, 1865

Brown führte eine kleine Gruppe bewaffneter Männer an, die das Arsenal kurzfristig einnahmen und 100.000 Feuerwaffen erbeuteten. Er wollte damit die Sklaven bewaffnen und einen Aufstand auslösen. Nach etwa 36 Stunden wurden die Abolitionisten, so nannten sich die Gegner der Sklaverei, jedoch von einer Kompanie US-Marines unter dem Kommandanten Robert E. Lee überwältigt. Zehn der Männer, unter ihnen zwei Söhne von Brown, wurden getötet. Fünf entkamen und sieben wurden gefangen genommen, darunter Brown selbst.

John Brown

Der Staat Virginia machte kurzen Prozess mit Brown und seinen Genossen. Am 2. Dezember 1859 wurde Brown wegen Mordes, Anzettelung einer Sklaven-Rebellion und Verrats verurteilt und gehängt.

Mit dem Überfall von Harpers Ferry wurde schlagartig sichtbar, was für ein unlösbarer Widerspruch die Aufrechterhaltung der Sklaverei für ein Land bedeutete, das den Prinzipien der Unabhängigkeitserklärung verpflichtet war. Der bevorstehende Bürgerkrieg warf seine Schatten voraus. Er sollte zur weitest gehenden Enteignung von Privateigentum führen, die die Welt je gesehen hat, und dem Aufstieg des Kapitalismus, der sich nicht auf Sklaverei, sondern auf freie Arbeit stützt, den Weg ebnen.

Browns kühner Aufstand löste im Süden ein Wutgeheul aus und wurde aber auch im Norden von sämtlichen Politikern, einschließlich Abraham Lincoln und anderen Republikanischen Parteiführern, nicht anerkannt. Und doch sollten Browns letzte Worte nur sechzehn Monate nach seiner Hinrichtung bestätigt werden. Als man ihn zum Galgen führte, sagte er: „Ich, John Brown, weiß nun gewiss, dass die Verbrechen dieses schuldigen Landes niemals weggewischt werden können, es sei denn mit Blut.“ Der vierjährige Bürgerkrieg, der im April 1861 begann, kostete über 600.000 Menschen das Leben und führte zur Abschaffung der Sklaverei.

Der 150. Jahrestag des Überfalls von Harpers Ferry wird auf vielfältige Weise begangen. Die historische Stadt selbst gedenkt der Ereignisse mit einem viertägigen Programm. Sie gehört heute zu West-Virginia, dem Staat, der während des Bürgerkriegs durch die Abtrennung von der sezessionistischen Konföderation entstanden ist. In Harpers Ferry stehen heute renovierte Gebäude und historische Museen aus jener Zeit. Sie sind Teil des Harpers Ferry National Historical Park, der sich auf das Gebiet an der Flussmündung des Shenandoah und des Potomac Rivers erstreckt, und der zu drei Staaten gehört: Virginia, Maryland und West-Virginia.

Harpers Ferry National Historical Park

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