Anna Schuster Blog für eine neue Welt

Mensch vs. Maschine: Technologisierung ist Versklavung der Menschheit

Mit zunehmender Geschwindigkeit steuert die Menschheit auf den Ersatz der menschlichen Arbeitskraft durch Roboter zu. In nahezu allen Bereichen, stehen die ersten Prototypen oder ausgereifte Modelle von steuerbaren Maschinen in den Startlöchern: 3D Drucker bauen Häuser und ersetzen den klassischen Zimmermann, Haushaltsroboter drohen den Reinigungskräften, Algorithmen machen den Börsenmarkler überflüssig, Roboter ersetzen den Babysitter, technologisierte Burgerfleischwender machen den Koch obsolet und Google testet bereits intelligente Autos, die im Stande sind, Taxifahrer zu ersetzen.

Wohin führt uns dieser Trend?

Der wahren Absicht hinter dieser Entwicklung kommen wir auf die Schliche, wenn wir uns den aktuellen Fall des Unternehmens John Deere in den USA anschauen. Der Nachrichtenseite Tarnkappe.info zufolge verbietet John Deere, der weltweite Marktführer für Landtechnik, den amerikanischen Bauern ihre Fahrzeuge zu reparieren. „Der Käufe habe lediglich das Recht zum Gebrauch, aber nicht die Geräte erworben. Wer Hand anlegt, muss mit Geldstrafen von bis zu 500.000 US-Dollar und Freiheitsentzug von maximal fünf Jahren rechnen. Da eine Software in den Landmaschinen verwendet wird, verstoße bei jede Reparatur gegen gültiges Copyright dieser. Das Unternehmen erlaubt es sich, die amerikanischen Eigentumsrechte auf den Kopf zu stellen, zum Leid der Bauern und für den eigenen Profit. Bauern gelten allgemein als handwerklich begabt und wer ihnen verbietet, ihre eigenen Geräte zu reparieren, die sie sich gegen Bezahlung erworben haben, fordert die Reparatur durch eigenes Personal. Die kapitalistischen Gründe dahinter werden an diesem Exemplar mehr als deutlich.

John Deere rechtfertigt diese kettenlose Versklavungsmaßnahme der Bauern durch die Begründung, die eigenständige Reparatur von Landmaschinen und Autos verstoße gegen das amerikanische  Urheberrecht aus dem Jahr 1998. Die eigene Instandsetzung verstoße zudem gegen den DMCA (Copyright) der mitgelieferten (und gekauften) Software, Bastler werden somit nach US-Recht kriminalisiert und zu Schwarzkopierern umgewandelt. Das Unternehmen argumentiert, dass mit dem Kauf der Fahrzeuge das Erwerben einer Software erfolgt, die lediglich lizenziert und nicht gekauft wurde. Folglich sei man auch nicht der Eigentümer und die Käufer müssen sich an die Lizenzbedingungen halten, die eine Behebung von Problemen, Modifikationen, Diagnosen oder jegliche Veränderung der Geräte voll umfänglich verbietet.

deere

Foto: Bsnscb

Tarnkappe.info berichtet, dass derartige Strafandrohungen auch Auswirkungen auf die Forschung und Sicherheitsforscher haben, die Sicherheitslücken oder Fehler in den Landmaschinen oder Autos finden. Sie trauen sich nicht mehr, damit an die Öffentlichkeit zu gehen, was sogar Fehler betrifft, die das Leben ihrer Nutzer in Gefahr bringen. In den USA sei es dadurch mittlerweile zu einer „routinemäßigen Selbstzensurder Forscher gekommen. Die Macht und Kontrolle liegt so bei dem Hersteller und wenn dieser die Fehler nach Inkenntnissetzung nicht beheben will, sind dem Wissenschaftler die Hände gebunden. Der Forscher hat schlechte Karten, das Unternehmen jedoch genießt alle Vorteile. Schlecht für den Forscher, praktisch für die Unternehmen, die nicht mehr aktiv werden müssen.

Wie wir sehen, bietet die fortschreitende Technologisierung Schlupflöcher, die es ermöglichen, Kleinbetriebe und Unternehmen durch Abhängigkeit zum Hersteller finanziell zu schädigen und im schlimmsten Fall in den Ruin zu treiben. 

Featured Image: The Daily Beast

Mit Material von Tarnkappe.info

Die Redaktion Schlüsselkindblog

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